Eindrücke und Geschichten, die das Leben in unserem Haus schreibt – wir laden Sie ein, in unsere Lebens- und Wohngemeinschaft einzutauchen:
Am 16.06.2006 fand ein Kinderfest im „Haus am Berg“ statt.
Eingeladen hatten wir, um uns für das Interesse und Entgegenkommen (zum Beispiel in Form von Spenden) aus der Gemeinde Hüls zu bedanken. Gleichzeitig wollten wir auch unser Haus öffnen, damit die Menschen, die dort wohnen und arbeiten und die Menschen aus der näheren und weiteren Umgebung sich etwas besser kennen lernen können.
Um 15 Uhr sollte es losgehen und unsere Bewohner und die Mitarbeiter warteten aufgeregt. Essen und Trinken waren vorbereitet und auf die Kinder warteten verschiedenste Angebote.
Kurz vorher sah es noch so aus, als ob Petrus uns mit einem Regenguss ärgern wollte, aber er verzichtete darauf. Möglicherweise haben die Wolken noch die einen oder anderen abgeschreckt, denn um 15 Uhr waren genau vier Gäste da. Nach einer kurzen Wartezeit wurde das Fest mit einer kurzen Ansprache von unserem Einrichtungsleiter, Herr Jakobs, und anschließend mit einer gemeinsamen Schwungtuch-Aktion eröffnet.
Nach und nach trafen noch andere Gäste ein und es wurde ein schönes Fest in angenehmer Atmosphäre. Die Erwachsenen unterhielten sich und die Kinder hüpften auf der Hüpfburg, warfen Wasserbomben und schossen mit Wasserpistolen (frei und Kerzen ausschießen), fuhren Kettcar, ließen sich Schminken oder erkundeten einfach das Gelände und die vielfältigen Möglichkeiten, die es bietet. Für kleinere Kinder stand auch noch ein Ballbecken zur Verfügung und Jacek drehte mit dem Rasenmäher-Traktor Runden und nahm Kinder im Anhänger mit.
Gegen 17:00 Uhr wurde der Grill angezündet und es gab lecker Gegrilltes mit Rohkost und Dips. Das Fest klang gemütlich aus und endete mit Jacek und Maren an der Gitarre und gemeinsamem Gesang.
Ein Beispiel, dass meiner Meinung nach ganz gut den Unterschied zwischen ‚normalen' Kinder und unseren Autisten zeigt, ist der Umgang mit dem Kettcar. Zwei ca. 10 jährige Jungen fuhren mit den Kettcars, die den Berg hinunter sehr schnell werden. Die Jungen konnten das, das heißt sie bremsten, sie achteten darauf, keine anderen Kinder zu überfahren, sie lenkten richtig usw. Unsere Autisten, wenn sie sich überhaupt für die Kettcars interessieren, können zum Beispiel nicht bremsen. Daher ist es zu gefährlich, sie ohne Aufsicht mit den Kettcars fahren zu lassen.
Rainer Pütz
(Wohngruppenleiter)