Eindrücke und Geschichten, die das Leben in unserem Haus schreibt – wir laden Sie ein, in unsere Lebens- und Wohngemeinschaft einzutauchen:
Ausflug nach Kevelaer-Twisteden:
Im Herbst 2004 machte eine Gruppe unseres Hauses erstmals einen Ausflug ins Reich der Phantasie und Sinne zum Maislabyrinth „Irrgarten“ am Niederrhein. Dieser Ausflug fand auf ausdrücklichen Wunsch von mehreren Bewohnerinnen und Bewohnern unseres Wohnhauses statt.
Nach einem ausgiebigen Frühstück in der Einrichtung, Brote schmieren und Kaffeekannen füllen, ging es los. Gute Laune wurde auch eingepackt. Nach einstündiger Fahrt kamen wir im sonnigen Twisteden an und erkundeten die Gegend. Wir waren fast die Einzigen im Irrgarten und konnten uns so richtig austoben – aber zuerst mussten wir uns stärken. Das taten wir mit unserem mitgebrachten Picknick an den dafür vorgesehenen Tischen und Bänken. An der frischen Luft schmeckte es noch mal so gut. Danach stand Bewegung auf dem Programm:
Als Erstes: Besteigung der Pyramide von den Mutigsten in unserer Runde. Die Restlichen tobten sich in der näheren Umgebung aus und feuerten die Kletterer mächtig an. Das musste fotografisch festgehalten werden.
Als Zweites: Zufällig fanden wir auf unserem Weg durchs Labyrinth ein Zelt, angefüllt mit Kissen, zum Träumen oder Toben. An diesem Tag waren wir eher zum Toben als zum Träumen aufgelegt und lieferten uns eine wilde Kissenschlacht. Unser Weg durchs Labyrinth führte uns oft in die Irre, aber wir fanden letztlich auch ohne Kompass den richtigen Weg.
Als Drittes: Ein „Mais-Schwimmbad“ war unser nächstes Ziel. Dort verweilten wir lange, denn das Laufen und Spielen in den Maiskörnern war angenehm und machte sehr viel Spaß, ebenso das gegenseitige Einbuddeln bis zum Kinn. Maiskörner wurden noch Tage später in diversen Taschen gefunden.
Als Viertes: Ein Rundflug mit einem Hubschrauber und einem Flugzeug.
Als Fünftes: Beim Kettcarfahren machten alle mit – und sei es als Beifahrer auf dem total engen Sitz. Runde um Runde wurde gedreht, keiner wollte so recht die Fahrt beenden. Eine Stunde dauerte das Vergnügen bestimmt und erst danach waren alle bereit, das Labyrinth zu verlassen und zum abschließenden gemeinsamen Essen in das Lokal an der nahe gelegenen Trabrennbahn zu fahren. Dort ließen wir uns mit Würstchen, Schnitzeln und anderen Leckerein bewirten. Erschöpft, aber überglücklich und zufrieden, fuhren wir gegen Abend nach Hause.
Seither ist das Maislabyrinth in jedem Jahr im Sommer in den Werkstattferien für uns ein freudiges, immer wieder gern erlebtes „Pflichtprogramm“. Das Maislabyrinth ist in den letzten Jahren zu einem regelrechten Freizeitpark ausgewachsen und es ist für die Bewohnerinnen und Bewohner immer wieder spannend, im nächsten Jahr zu sehen, was es an neuen Attraktionen gibt.
Sabine Kohler
(Wohnhausleiterin)